Tolle Songs und tolle Geschichten - Helmut Krumminga lässt das
Publikum höchst unterhaltsam an seinem musikalischen Werdegang
teilhaben - uzsuammen mit Bucihi und Claus Bubik
Nachdem die Karlsruhe Root Bar nicht mehr existiert, hat die
tolle musikalische Reihe "Buchi trifft..." nun eine neue Heimat
im Sandkorn Theater gefunden. Und zur zweiten Ausgabe im
Sandkorn hat Stefan "Buchi" Buchholz einen ganz besonderen Gast
eingeladen, nämlich Helmut Krumminga, den viele als langjährigen
BAP Komponisten und Gitarristen kennen, der aber viel mehr zu
bieten und erlebt hat.
Dieses schöne intime Format, neben Helmut Krumminga und Buchi
war noch Bassist Claus Bubik dabei, eignet sich prima, um nicht
nur Songs zu spielen, sondern auch Geschichten zu erzählen, und
das tat Helmut Krumminga, indem er seinen musikalischen
Werdegang erzählte - wie er aus seiner Heimat Ostfriesland nach
Köln zog um dort ernsthaft Musik zu machen. Zunächst mir einer
eigenen Band, "Paint the Town", und dann später bei L.S.E, Wolf
Maahn, Gerd Köster und Frank Hocker und natürlich BAP.
Und zu all den Geschichten hab es passende Songs, meist zu
dritt, manchmal aber Helmut Krumminga Solo mit akustischen
Gitarren. Los ging es mit "Paint the Town" Songs aus den 80gern
und man merkt, wie Helmut dieser Band immer noch nachtrauert und
deren unveröffentlichtes Debut Album übrigens unter https://ptt-music.de/ zu
finden ist. Diese Band, und wohl vor allem der "Arbeitsethos" (4
mal die Woche wurde 6 Stunden geprobt), legten wohl den
Grundstein für das was noch kommen sollte. Vor "Paint the Town"
mussten aber erst mal Kontakte zur Szene hergestellt werden und
so versuchte Helmut sein Glück auch bei einer Blues Rock Band,
obwohl er vom Blues zu der Zeit wenig Ahnung hatte - sehr
lustig, wie er erzählte, dass er sich ein paar typische
Blues-Licks aus einem Jeff Beck Album heraushörte und drauf
schaffte und damit die Blues Rock Band beim Vorspielen
beeindruckte.
Wolf Maahn war natürlich auch ein wichtiger Bestandteil seiner
Karriere und zu "Rosen im Apspahlt", dass dann auch gespielt
wurde, gab es die nette Anekdote, wie sich Helmut Krumminga das
ostfriesische "R" abgewöhnen musste, zur Verwunderung seiner
Eltern, die ihn dann live sahen und hörten. Songs mit Bezug zu
den vor allem im Kölner Raum bekannten Musikern Gerd Köster und
Frank Hocker durften natürlich nicht fehlen, seine
Zusammenarbeit mit Inga Rumpf, sowohl als musikalischer Direktor
zusammen mit einer Band, als auch als Duo ebenfalls nicht.


Und für mich als BAP Fan war es natürlich interessant zu hören,
wie Helmut Krumminga nach dem Ausstieg vom Major zu BAP kam und
hier gab es dann auch aus erster Hand für mich Neues zu
erfahren, sei es, dass Helmut zu der Zeit des Einstiegs bei BAP
nicht gerade ein Fan von BAP war, aber auch die Tatsache, dass
Buchi sich als BAP Groupie outete. Nett war auch die Geschichte,
wie Kölsch für den Ostfriesen Krumminga zunächst nur etwas
Lautmalerisches hatte und er eigentlich erst durch den BAP Film
"Viel passiert" von Wim Wenders dank der Untertitel Niedeckens
Texte so richtig verstand. Und zur Arbeitsweise gab es auch
Infos und den passenden Song. Helmut hat ja viele Sogs für BAP
geschrieben und zur Musik legte Helmut immer einen englischen
Text dazu, der dann von Niedecken durch einen kölschen Text
ausgetauscht wurde. Und so spielte und sang Helmunt das
englische Original zum BAP Song "Enn 'ner Naach wie der" (auf
dem "Radio Pandorra (unplugged)" zu finden - sehr schön!
Aktuelle Musik von Helmut gab es auch zu hören, eine Art
Rock-Jazz-Fusion Stück wurde geboten mit einem hohen
Instrumental Anteil, dass dann den Weg zu Springsteens "I'm on
Fire" und wieder zurück fand. Neben "I'm on Fire" gab es auch
andere Cover Versionen bekannter Songs zu hören, wie Nazareths
"Love Hurts" oder Daniel Lanois "Messenger". Schön war an diesem
Abend, dass man hier Helmut nicht ncht nur als Gitarristen
sondern auch als ausgezeichneten Sänger und Geschichtenerzähler
erleben durfte. 2022 war Helmut Krumminga dann auch Teil des
erweiterten Panik Orchesters. Auch hier war die Geschichte, wie
es dazu kam, absolut hörenswert, genauso wie Lindenbergs
"Cello", das dann gespielt wurde.
Das Sandkorn bot diese Veranstaltung genau den richtigen
Rahmen, und da das Sandkorn von den angedachten Kürzungen im
Karlsruher Kulturbereich besonders betroffen ist, gab es eine
nette Idee, um Spenden zu generieren. Für 10€ pro Song konnte
man sich zu den Künstlern auf der Bühne an einen Tisch gesellen,
Wein inklusive.
Fazit: "Buchi trifft..." ist eine tolle Reihe, und mit Helmut
Krumminga hatte man einen besonders tollen Künstler dabei. Mehr
als 3 Stunden vergingen wie im Flug.