Starkes Finale nach eintönigem Mittelteil: Skunk Annasie im
Tollhaus Karlsruhe

Eines vorweg: von Skunk Anansie kenne ich natürlich ihre großen
Hits wie "Weak" oder "Hedonism (Just because you feel good)" und
das aktuelle Album "The Painfull Truth", das ich mir mehrfach
angehört hatte, nachdem ich mir Tickets für das Konzert im
Tollhaus gekauft hatte. "The Painfull Thruth" gefällt mir
ausnehmend gut, da es sehr abwechslungsreich ist: rockie,
E-Gitarren-lastige Songs wechseln sich mit elektronischen Tracks
und Balladen ab - prima. Meine Erwartung an die Show war daher
ein abwechslungsreiches Konzert zu erleben.
Los ging es erwartungsgemäß mit rockigen Stücken wie "This
means war" oder "An Artist is an Artist" von "The Painfull
Truth". Sängerin Skin wirbelte über die opulent ausgestattet
Bühne und legte in jeden Song unglaublich viel Power hinein. Ein
Skunk Annasie Konzert ist voll auf die Sängerin fokussiert, die
drei anderen Bandmitglieder, Martin Ivor Kent an der
Gitarre, Richard Keith Lewis am Bass und Schlagzeuger Mark
Richardson bleiben so zwangsläufig eher im Hintergrund. Zunächst
ist das alles sehr beeindruckend, aber nach fünf bis sechs
Liedern im Vollgas-Modus wirkt es leider dann doch etwas
eintönig, zumal Skin Stimme etwas im Sound unterging.

Erst in der Mitte des ersten Sets vor den Zugaben wird dann mal
ein Gang runtergeschaltet nämlich bei "Shame" vom aktuellen
Album, das leider darunter litt, dass Skins Mikrophon Aussetzer
hatte. Wett gemacht wurde das mit dem darauf folgendem "Weak".
Abwechslung kam dann auch dadaurch, dass Skin bei "I can dream"
sich in das Publikum begab, dem schönen "Animal", bevor dann
beispielsweise mit "Yes It's Fucking Political" dann wieder
rockiger wurde.
Relativ früh, nach 70 Minuten verabschiedeten sich Skunk
Anansie dann von der Bühne, um dann für den Zugabenblock
zurückzukehren, und der war wirklich prima. Zum einen, da Skunk
Anansie sich nicht darauf beschränkte, als Zugaben nur ihre Hits
wie "Hedonsim" zu spielen, sondern auch zwei neue Songs vom
aktuellen Album zu, darunter das schöne "Lost and Found". Und
zum anderen spielten sie dann doch eine Cover Version von
"Highway to Hell" um sich dann am Ende akustisch mit "You'll
follow me down" zu verabschieden. Fans in der ersten Reihe
bekamen anschließend noch von Skin Wien ausgeschenkt - sehr
nett.
Fazit: für mich erfüllten sich meine Erwartungen an das Konzert
erst im Zugabenteil, wobei es natürlich sehr beindruckend ist,
was Skin während des ganzen Konzert leistet. Schade finde ich
auch, das Skunk Anasie live relativ viel mit Backing Tracks
arbeiten. Zunächst viel mir das bei "Shame" auf, als Skins
Mikrophon ausfiel. Klar singt Skin wirklich live, aber man hörte
da dann doch viele Background Vocals, die als Backing Track
eingespielt wurden. Und ganz extrem fällt es natürlich bei "Lost
and Found" auf, bei dem ein Piano zu hören ist, allerdings kein
Keyboarder auf der Bühne ist.