BAP, 15.01.2005, Trier, Europahalle

Ja ist denn noch Weihnachten?

Trier, Europahalle kurz nach 20 Uhr: 3 große, verschiedenfarbige Wunderbäume mit "X-Mas Tour 2004" Logo prangen im Bühnenhintergrund. Das Licht geht aus, vom Band ertönt Glockengeläut sowie das Intro von "Weihnachtsnaach", die Band kommt auf die Bühne: das in den Januar verschobene BAP Weihnachtskonzert in Trier startet. Helmut Krumminga und Michael Nass ersetzen die Klänge aus der Konserve und leiten nicht aber in die "Weihnachtsnaach" über, sondern in den lange vermissten "Jupp", der in einer neuen Fassung mal wieder zu Ehren kommt. Das "fingerbrechende" Konzertgitarrenintro wurde durch eine gefühlvolle E-Gitarreneinleitung ersetzt, und das "Outro" (leider) komplett gestrichen - trotzdem ein wundervoller Einstieg ins Konzert, der in der sehr gut gefülten Europahalle auch gleich frenetisch bejubelt wurde, genau wie die darauf dann doch folgende "Weihnachtsnaach".
 
Lange hätten sie überlegt, so Wolfgang Niedecken in seiner Begrüßung, ob man das machen könnte, die Weihnachtsshows in den Januar zu verschieben, aber zum Glück sei die katholische Liturgie auf ihrer Seite gewesen: dort endet die Weihnachtszeit dieses Jahr erst am 2. Februar. Den meisten Besuchern war er wahrscheinlich sowieso egal - Hauptsache BAP gibt mal wieder ein Konzert, aus welchem Grund auch immer. Und so waren sich Band und Publikum schnell einig: eine Rock 'n' Roll Show soll es letzen Endes werden und wurde es auch. Wie schon bei den Open Airs im letzten Sommer gab es eine gute und ausgewogene Mischung aus alten und neuen Sonx, allerdings hier und da mit ein paar netten Neuerungen: neben dem schon erwähnten "Jupp" wurde im "Liebeslieder im Sitzen" Teil der Show "Paar Daach fröher" gespielt und vom "Niedecken Köln" Album gab es später noch "Zwei Päädsköpp ahm Nümaat".
 
Klar, die Klassiker durften nicht fehlen: "Verdamp lang her" oder "Kristallnaach" z.B. aber auch die neuen Sonx ("Tanger" und "Wie, wo und wann?") kamen gut an. So gut, dass das Konzert mal wieder über 3 Stunden ging. Und da Trier samt der angereisten Saarländer und Luxemburger sich als ungemein textsicher erwies, gab es nach dem Rausschmeißer Song "maat et jot" dann doch noch eine Zugabe: "Wellenreiter" in der Wolfgang-testest-das-Publikum-Version, d.h. von Wolfgang Niedecken kam maximal das erste Wort der jeweiligen Strophe - der Rest vom Publikum.
 
Fazit: Weihnachten geht auch im Januar. Meine persönlichen Highlights waren diesmal: "Alexandra", "Tanger" und "Paar daach fröher" und für die hoffentlich diesen Sommer kommenden Open Airs wünsche ich mir, dass der "Waschsalon" mal für eine Saison zumacht - es droht die Gefahr, dass er totgespielt wird.
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© 01/2005 by Hans-Georg Krumm
URL: http://www.hgkrumm.de/BAP_15012005.htm
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