The Magnets, 29.09.2001, Tollhaus, Karlsruhe

Wirklich mehr als ein Ersatz

Statt der ursprünglich vorgesehenen "Momtezuma's Revenge" aus Holland, deren Auftritt wegen Krankheit leider abgesagt werden musste, wurden kurzfristig "The Magnets" aus London engagiert. Genau wie bei "Montezuma's Revenge" handelt es sich bei den 6 Briten um eine Acapella Truppe, die, legt man ihre Performance bei den ersten 2 Nummern zu Grunde, auch locker unter der Rubrik "Boy Group" einordnen könnte: perfekte Choreographie der 6 Briten führte unweigerlich zu dieser Assoziation. 

Und noch etwas war ungewöhnlich: es hiess doch Acapella ? Aber ist da nicht ein Schlagzeug zu hören ? Das muss doch vom Band kommen - oder etwa nicht ? Es dauerte gut und gerne 3 Songs, bis ich mitbekam, dass das Schlagzeug wirklich nicht vom Band kam, sondern  von einem der Magnets stimmlich imitiert wurde. 

In der ersten Hälfte waren ungewöhnlich viele Eigenkompositionen zu hören und die waren durchweg hörenswert, vor allem durch die Arrangements: Hip Hop Beats und Scratch Elemente und ein bisschen Rap sorgten für Abwechslung. Gegen Ende der ersten Hälfte dann die erste Cover Version: Steve Millers Klassiker "Abrakadabra" aber, laut Ansage, in einer Version, als würde es sich um eine Robbie Williams Nummer handeln. Somit auch hier wieder das Thema Boygroup, das dann noch einmal von der Band in einer Ansage aufgegriffen wurde: The Magnets, wie sie von der Plattenfirma auf eine Boygroup Schule geschickt wurden, um Kurse in "Baggy Trousers Wearing" zu belegen und letzten Endes am Play Back Singen scheiterten war schon eine nette Geschichte. 

Abwechslungsreich ging es nach der Pause weiter: gelungene Coverversionen, wie beispielsweise "Blame it on the boogie" wechselten sich mit Eigenkompositionen und einem "Schlagzeugsolo" ab. Einziger Schwachpunkt: die Coverversion der Tom Wait's Nummer "Downtown Train", den meisten in der Version von Rod Stewart bekannt.

Insgesamt sind die Magnets mehr als ein Ersatz für Montezumas Revenge zu bezeichnen, was sich inzwischen wohl auch herumgesprochen hat: von Karlsruhe ging es für die Magnets direkt nach Amsterdam, um als Support für Lisa Stansfield aufzutreten.

© 09/20000 by Hans-Georg Krumm
URL: http://www.hgkrumm.de/magnets290901.html 

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