Steve Skaith Band, 23.11.2003, Karlsruhe, Jubez

Zurück aus dem "Mexile"

Lange nichts von Latin Quarter gehört, oder? Hmm, stimmt, seit ihrem letzten Album "Bringing Rosa Home" und der dazugehörigen Tour 1997 gab es wirklich kein Lebenszeichen von der Band und plötzlich kann ich der Zeitung entnehmen, dass sie im Jubez spielen, allerdings angekündigt als Steve Skaith's Latin Quarter. Auf Plakaten hingegen wird die Steve Skaith "The Voice of Latin Quarter" angekündigt. Ja, was denn nun? Schnell in's Internet um Licht in's Dunkel zu bringen: Steve Skaith, Sänger und Hauptsongschreiber (wenn man von den Texten absieht), lebt seit geraumer Zeit im "Exil" in Mexico, hat nun 3 mexikanische Musiker um sich geschart, ein neues Album unter seinem Namen herausgebracht, auf dem auch neu aufgenommene Latin Quarter Songs zu finden sind und tourt nun durch Deutschland. Statt Latin Quarter, dass er in den 90igern hauptsächlich mit Richard Wright als Duo am Leben hielt nun also Stve Skaith solo.

Leider nur 60-70 Zuschauer lockte dies in's Jubez und damit es nicht ganz so leer aussieht gab's Tische und Stühle - schade eigentlich, da Latin Quarter ja durchaus tanzbare Songs  produzierten. Kurz nach 20 Uhr ging's dann los und zunächst gab es hauptsächlich Songs aus dem neuen Album "Mexile" (Achtung Wortspiel: Exile+ Mexico = ?). Textlich merkte man vor allen bei den Songs, bei denen Mike Jones nicht die Texte geschrieben hat, das Steve Skaith nun in Mexiko lebt, musikalisch eher weniger, trotz der 3 mexikanischen Mitmusiker. Nur ab und zu ließ Gitarrist und Co-Produzent Javier R. Gamiz mexikanische Klänge ertönen, ansonsten erinnerte das Ganze sehr start an Latin Quarter der 90iger: klassisches, von Steve Skaiths Stimme dominiertes Song-Writing. Faszinierend das Instrumentarium von Javier R. Gamiz: akustische Gitarren in allen Größen, die aber klanglich durchaus wie E-Gitarren klingen konnten. Die "Mexile" Songs führten also hauptsächlich durch Mexiko, das in "Senorita No" als weit weg von Gott aber nahe an Amerika beschrieben wurde. Alltagsszenen in "Believer in Miracles", wie dem Mann der verzweifelt versucht in der U-Bahn Station  einen Handstand vorzuführen um Geld zu bekommen, obwohl er es gar nicht kann, wechseln sich mit Love-Songs wie "Lucky Man" ab, oder Beziehungsdramen, wie in "Shot the Messenger" ab.  Der alte Latin Quarter "The Spearcarrier" wird dazwischen gestreut und natürlich darf am Ende auch nicht "Radio Africa" fehlen, einem der Latin Quarter Hits. Zwischendurch erzählt Steve Skaith etwas zu den Songs, zum Beispiel, dass er noch einen ganzen Haufen an Texten von Mike Jones hat, zu denen er ab und an dann einen Song komponiert. Für die nicht Latin Quarter Kundigen: Mike Jones war das einzige Mitglied von Latin Quarter, das im Hintergrund blieb und weder auf Platte noch Live zu finden war und stattdessen fast alle Texte schrieb.

Als Zugabe gibt es dann  die einzige Cover Version des Abends: "Norwegain Wood". Steve Skaith verspricht dann noch ein neues Album im Frühjahr und eine weitere Tour im kommenden Oktober. Fazit: textlich sehr abwechslungsreich, musikalisch eher weniger aber trotzdem in diesem Rahmen zu empfehlen: auch solo überzeugt Steve Skaith nicht nur als Stimme von Latin Quarter. Man kann gespannt sein auf das kommende Album.

Hier noch ein Link: www.mexile.com

© 11/2003 by Hans-Georg Krumm
URL: http://www.hgkrumm.de/steveskaith231103.html 

Home
email
Konzertkritiken
Gästebuch
Alte Homepage
Photoalbum